Montag, 12. Juni 2017

Wo bleibt die Zeit? - Ende März bis Mitte Juni

Soo, nach langer langer Zeit bin auch mal wieder zurück mit einem neuen Blogeintrag. Über die letzten 2 Monate verteilt ist zugegebenermaßen vergleichsweise wenig außergewöhnliches hier geschehen, aber nichtsdestotrotz hier meine persönliche Zusammenfassung der Ereignisse:


Ende März kamen meine Eltern und mein Bruder nach Neuseeland um mich zu besuchen. Die erste Woche wollten wir noch alle zusammen reisen, danach musste ich zurück ins Camp und der Rest der Truppe plante alleine weiter zu reisen. Also machte ich mich am 26. März nach Auckland auf um meine Familie am Flughafen abzuholen. Nach nur 2 Stunden Wartezeit (aufgrund von Verspätungen) waren wir schließlich alle wieder vereint, und der Roadtrip konnte beginnen. Über die riesigen Kauri-Wälder, das Cape Reinga und den Bay of Islands versuchten wir so viel vom Northland wie möglich zu sehen, um schließlich über den Bay of Plenty zurück zum MiCamp zu fahren.
Auf dem Balkon unseres Hotels in Auckland

Am Cape Reinga

Surfen auf den Te Paki-Sanddunes

Mal lief es wirklich sehr gut...



... mal eher weniger



Baden beim Mt. Maunganui


Auf dem Weg zum Cape Reinga

Natürlich durfte auch das obligatorische Fan-Bild nicht fehlen :D

Bei den Kauri-Bäumen

Das Northland

Cape Reinga
Dabei lief natürlich nicht alles rund, da sich altbekannte Probleme wie die Schlafplatzsuche oder auch Sandflies sich uns in den Weg warfen. Die meiste Zeit unserer Reise verlief allerdings problemfrei und auch das Wetter spielte mit. Das sollte sich allerdings ändern. Je näher wir dem Camp kamen, desto schlechter wurden die Bedingungen, und zum krönenden Abschluss erfuhren wir dann in Taupo, dass gerade die Ausläufer eines Zyklon über Neuseeland ziehen und SEHR viel Regen mit sich bringen sollten. Für mich war das natürlich nicht allzu schlimm, da ich ohnehin wieder arbeiten musste, die anderen drei mussten jedoch ihren gesamten Reiseplan umwerfen, und im Grunde versuchen immer dorthin zu fahren, wo gerade kein Starkregen vom Himmel prasselte. Gegen Ende ihrer Reise besuchte meine Familie mich dann noch einmal kurz, bevor sie am 20. April dann wieder nach Hause fliegen mussten. Trotz viel Regen hatten wir allerdings alle viel Spaß hier zusammen (zumindest soweit ich das beurteilen kann :D).

Mitte April sind Felix und ich in Richtung Gisborne aufgebrochen, um das East Cape zu besichtigen. Die Reise an sich war eine Katastrophe, so viel schiefgelaufen ist nämlich bislang noch nichts. Hier die größten Missgeschicke:

  1. Auf der Fahrt in Richtung Gisborne wurden wir zunächst einmal geblitzt. Da die Strafen in Neuseeland äußerst empfindlich sind durften wir direkt einmal 80$NZ zahlen, ein guter Auftakt!
  2. Kurz hinter Gisborne planten wir zu schlafen, dass Abendessen sollten Steaks werden, glücklicherweise ist uns allerdings das Gas für den Gaskocher ausgegangen. Das Resultat: Steaks, die nur von einer Seite durch waren, von der anderen aber roh blieben. Lecker!
  3. Ein weiterer Zyklon brachte uns wunderbaren Starkregen. Das hieß, die ursprünglich geplante Umrundung des East Capes wurde abgeblasen, stattdessen sollte es direkt nach Whakatane an den Bay of Plenty gehen. Auf dem Weg dahin war der Regen allerdings so stark, dass wir absolut nichts von der Landschaft sahen. Super!
  4. In Whakatane angekommen wurden wir dann darüber informiert, dass aufgrund möglicher Fluten die Küstenlinie evakuiert werden sollte, unser eingeplanter Campingplatz war allerdings direkt am Meer. Da wir nicht sonderlich scharf darauf waren mitsamt unserem Auto ins Meer gespült zu werden "flohen" wir ins Landesinnere in Richtung Rotorua. Dort fanden wir allerdings erst nach einer dreistündigen Suche einen Campingplatz. Dort war der Regen dann so stark, und die Sicht so schlecht, dass ich beinahe mit unserem Auto eine Bootsrampe hinunter in einen See gefahren bin, da dieser im Regen aussah wie ein Parkplatz (klingt zwar doof, war aber tatsächlich so).
  5. Als letzter verzweifelter Versuch den Roadtrip noch zu retten, fuhren wir nach Rotorua, um dort den restlichen Tag in der Stadt zu verbringen. Auf der Fahrt dorthin überhitzte aber unser Wagen und wir mussten erst eine ganze Weile am Straßenrand stehen, bis der Wagen abgekühlt war, wir die Kühlflüssigkeit auffüllen und unsere Fahrt fortsetzen konnten.
Um unseren Roadtrip zusammenzufassen: Knapp 800 km Fahrt für (fast) nichts.

So ziemlich das einzige Foto, das wir auf unserem Trip gemacht haben (dafür aber ein schönes :D)


Gegen Ende des Aprils und zu Beginn des Mais, war es dann wieder Kids Camp-Zeit. Dieses Mal war "Fluro" das Motto. Auf den Punkt gebracht hieß das: Viel grelle Farbe, die ein oder andere Farbschlacht und allgemein überwiegend viel Spaß. Da das Whakamaru-Camp unser letztes Kids Camp war beendeten wir es, nicht wie sonst mit einem Film, sondern mit einem großen Feuer. Eine weitere Besonderheit war außerdem, dass wir dieses Mal auch noch selbst T-Shirts einfärben durften, die vielleicht nicht wahnsinnig gut aussehen, aber trotzdem mit guten Erinnerungen verknüpft sind.
Fluro-Dinner

Wie gesagt, es wurde sehr bunt :D

Das Lagerfeuer (sah in echt übrigens größer aus als auf dem Bild :D)


Vom 05. bis zum 07. Mai sind Magda und ich nach Waihi Beach gefahren (Laura und Conny mussten arbeiten), um dort den Geburtstag von Jonathan (einer der Freiwilligen aus dem Finlay Park) zu feiern. Über einen Mitarbeiter aus deren Camp haben die Finlay-Parker eine Ferienwohnung direkt am Strand organisieren können, in welcher wir das Wochenende verbracht haben. Abgesehen von einem Tagesausflug nach Bowentown sind wir eigentlich die meiste Zeit am Strand geblieben, was aber auch sehr schön war.
Frühstück am Strand

Bowentown


Die Sicht von unserem Ferienhaus

Den restlichen Mai über ist eigentlich nichts außergewöhnliches geschehen. Arbeitstechnisch sind wir aktuell vorwiegend im Maintenance und Housekeeping-Bereich tätig, das heißt viel putzen, reparieren und Gartenarbeit und eher weniger Kontakt und Interaktionen mit den Gruppen. Das ist zwar meiner Meinung nach ein wenig schade, aber da aktuell das Camp ohnehin aufgrund der Wintersaison nicht wirklich gut besucht ist verpassen wir glücklicherweise auch nicht so viel.
Neben der Arbeit verbringen Conny und ich im Moment die meiste Zeit beim Fußball. Wie schon vorher berichtet haben wir uns ja beide Ende letzten Jahres dem Taupo AFC angeschlossen. Aktuell ist die Saison im vollen Gange, daher fahren wir zweimal die Woche zum Training nach Taupo und  außerdem am Wochenende zu den Spielen, die uns manchmal sogar bis nach Tauranga führen. Leider können wir die Saison nicht ganz zu Ende spielen aber ich bin trotzdem sehr froh, dass ich mich dazu entschlossen habe dem Verein beizutreten und ich werde die Trainingseinheiten und Spiele sicherlich vermissen.
Bilder von einem unserer Heimspiele




Am 3.Juni sind Laura, Magda, Connny und ich für zwei Tage nach Wellington gefahren, um dort Magdas Geburtstag zu feiern. Zwar war das Wetter alles andere als optimal, aber wir haben dennoch versucht das Beste aus dem langen Wochenende zu machen. Neben einem Besuch im National Museum, stand auch eine Fahrt mit der Cable Car, ein Spaziergang durch die botanischen Gärten und ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Am "interessantesten" war an diesem Wochenende wohl unsere Schlafsituation. Da wir unser Geld lieber für unsere letzten Tage in Neuseeland aufsparen wollten, entschlossen wir uns keinen Campingplatz zu buchen. Das führte dazu, dass wir versuchen mussten zu viert in unserem Auto zu schlafen. 3 Personen passten noch mehr oder weniger komfortabel auf die umgeklappten Rücksitze, der vierte (ich) durfte auf Fahrer- und Beifahrersitz Platz nehmen. Wir hatten uns allerdings schon im Voraus ein paar Gedanken gemacht und deswegen eine Matratze mitgenommen und diese irgendwie ins Auto gequetscht. An unserem Schlafplatz angekommen versuchten wir dann, diese auf die beiden Frontsitze zu legen. Das hat zwar nicht ansatzweise gepasst, aber irgendwie bekamen wir es trotzdem hin die Türen zu schließen und das Endergebnis war sogar bequemer als sonst (zumindest in der letzten Nacht habe ich witzigerweise besser geschlafen, als alle anderen).
War tatsächlich bequemer als es zunächst aussieht

Am 06. Juni sind wir (Laura, Conny, Magda, Talli und ich) mit David zu den Taranaki-Falls gefahren, um dort Abseilen zu gehen. Das ganze war eine Art "Betriebsausflug" des Camps und obwohl nicht alle mitgekommen waren (oder gerade deswegen :D) hat es sehr viel Spaß gemacht.
Die Taranaki-Falls



Dieses Wochenende fand bei uns im Camp ein zweitägiger Erste-Hilfe-Kurs statt, welchen das Camp für und bezahlte. Der Kurs selbst war sehr intensiv und zeitaufwändig, aber auf jeden Fall seine Zeit wert. Zum einen habe ich nämlich gemerkt, wie viel ich schon von meinem letzten Erste-Hilfe-Kurs vergessen habe, zum anderen war es auch sehr interessant, das ganze Mal auf Englisch durchzugehen.
Alles in allem bin ich sehr froh, dass das Camp diesen Kurs für uns angeboten hat und wir diesen auch erfolgreich absolvieren konnten.

Je näher wir unserem Ende hier kommen, desto schneller vergeht irgendwie die Zeit. Am Mittwoch fliegen wir für 10 Tage nach Rarotonga (das ist eine von den Cook-Inseln) und danach haben wir noch nicht einmal mehr 4 Wochen in Neuseeland übrig. Auf dem Rückflug machen Conny und ich noch einen viertägigen Zwischenstopp in Dubai und dann ist das Jahr auch schon wieder vorbei. Aber so weit ist es ja noch nicht, deswegen verabschiede ich mich jetzt erstmal. Einen schönen Tag und bis demnächst :D
Lake Taupo (Fotocredit: LaLu Kuch)

Montag, 17. April 2017

Februar/März 2017 - 2 Monate, 1 Blogeintrag

Der Februar war einer der ereignisärmeren Monate, was aber sicher auch daran lag, dass es auch ein eher kurzer Monat war. Dennoch gab es das ein oder andere Highlight bzw. Ereignis, dass im Kopf geblieben ist. Zu Beginn des Monats hatten wir eine der außergewöhnlichsten Gruppen im Camp zu Gast, die sogenannte FurCoNZ. Um sie in wenigen Worten zusammenzufassen: Erwachsene Menschen, die sich als Tiere oder Fantasiewesen verkleiden und ein buntes Programm aus unterschiedlichsten Spielen und Wettbewerben veranstalten. Das Wochenende, an dem diese Gruppe hier war lässt sich ohne weiteres als sehr verrückt und außergewöhnlich beschreiben, was jetzt aber nicht heißen soll, dass die "Furries" eine schlechte Gruppe waren, eher das Gegenteil  war nämlich der Fall.
Die "Furries" samt Kostümen
Nach ein paar Tagen, an dem alles seinen gewohnten Lauf ging, hatten Conny, Felix und ich ein langes Wochenende zusammen frei, welches wir für einen Besuch in Napier nutzten.
Unterwegs in Napier

Napiers Containerhafen
Neben dem Besuch im "National Aquarium of New Zealand" und einem kurzen Stadtbummel durch Napier gehörte die Wanderung zum Cape Kidnappers zu meinen persönlichen Favoriten (unser "leicht" verhauenes Abendessen am ersten Abend gehörte übrigens nicht zu diesen).
Nemo und Dory, live und in Farbe im National Aquarium
Zum Cape Kidnappers ging es über 10 km, vorbei an Klippen, am Strand entlang, bis wir dann letzten Endes die riesige Gannet-Kolonie (das sind Vögel ;)) am Ende des Capes erreichten. Glücklicherweise hat auch das Wetter mitgespielt und so hatten wir nicht nur eine wunderbare Aussicht, sondern mussten uns auch nicht ärgern wenn wir mal nass wurden (der Weg führt nämlich direkt am Meer entlang und lässt sich nur bei Ebbe begehen, wir waren allerdings ein wenig zu früh da, daher waren einige Teile des Weges noch überflutet).
Weg zum Cape Kidnappers

Cape Kidnappers


Die Gannet-Kolonie des Capes


Am darauf folgenden Wochenende besuchten uns Anne und ihr Bruder. Ursprünglich hatten wir uns überlegt, das Tongariro Crossing gemeinsam zu bestreiten, da das Wetter allerdings nicht mitspielte, verbrachten wir einen regnerischen Tag in Taupo, mit Pizzabacken und einem anschließendem Besuch im Kino. Eine Woche später hatte sich das Wetter dann wieder stabilisiert und dieses Mal hatten nur Conny und ich das Wochenende gemeinsam frei. Conny hatte auf "bookme" ein Angebot für eine Segeltour zu den Maori Rock Carvings gefunden und daher zögerten wir nicht lange und schlugen zu. Nachdem wir aufgrund eines Staus zwischen unserem Camp und Taupo schon gefürchtet hatten, dass wir unsere Tour verpassen, schafften wir es schließlich doch noch pünktlich und konnten eine wirklich schöne Segeltour bei perfektem Wetter, samt Schwimmen bei den Rock Carvings genießen.
Unterwegs zu den Maori Rock Carvings



Die Carvings von unserem Boot aus
Anfang März wollten Laura und Conny dann auch endlich mal das Tongariro Crossing in Angriff nehmen und da ich ebenfalls nicht arbeiten musste, schloss ich mich den beiden an, da ich auch noch auf den Mt. Ngaurahoe laufen wollte (besser bekannt als Mt. Doom aus Herr der Ringe). Den Anfang des Crossings liefen wir noch alle zusammen, nach ein paar Kilometern bog ich dann allerdings ab um den Vulkan in Angriff zu nehmen. Der "Weg" hinauf darf eigentlich nicht Weg genannt werden, im Grunde ist es nämlich nur ein sehr steiles Geröllfeld, dass man irgendwie hinaufkommen muss. In meinem Fall hieß das, auf allen Vieren, zwei Schritte nach oben und wieder einen Schritt nach unten zu rutschen. Nach ca. einer Stunde hatte ich es dann endlich geschafft und wurde sogleich mit einer atemberaubenden Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler, aber auch mit einem sehr starken Wind belohnt, der mich beinahe wieder vom Gipfel herunterwehte. Nach einer kurzen Pause am Gipfel nahm ich dann den Abstieg in Angriff, welcher sich jedoch als deutlich einfacher herausstellte, da man mehr oder weniger hinunterrutschen konnte. Dennoch musste man aufpassen, dass man nicht von von oben hinunterrollenden Steinen getroffen wird. Der Rest des Crossings verlief jedoch mehr oder weniger flüssig, auch wenn sich der letzte Part, welcher den Berg hinunter und durch einen Wald führte sehr zog, da mir das Wasser kurz vorher ausgegangen war (leider war der "letzte Part" 10 km lang).

Aussicht vom Mt. Ngaurahoe

Die ersten Sonnenstrahlen auf dem Weg nach oben

Mt. Ngaurahoe

Kurze Zeit später kamen drei Freunde von Conny (Albert, Igor und Maxi) für ein paar Tage zu Besuch, mit denen wir uns unter anderem erbitterte UNO-Partien lieferten. Letzterer besitzt übrigens auch einen Youtube-Kanal, auf dem er regelmäßig Vlogs über seinen Aufenthalt in Neuseeland hochlädt, Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall: https://www.youtube.com/channel/UCay8hVWwoG5awtw552grFnQ . In der selben Woche hatten wir die erste Hochzeitsgruppe seit meiner Ankunft im Camp zu Gast. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass unser Camp hochzeitstauglich sein könnte, allerdings war unser Camp kaum wieder zu erkennen, nachdem die Hochzeitsgemeinschaft alles dekoriert hatte. Unsere Aufgabe bestand hauptsächlich aus dem Bewirten der Gäste, dementsprechend lang wurde dann auch der Tag. Alles in allem hielt ich die Feier selbst für gelungen und ich hätte vorher nie damit gerechnet, dass so etwas in unserem Camp möglich wäre. In der darauf folgenden Woche machte sich Conny auf den Weg nach Auckland, um seine Eltern dort am Flughafen abzuholen und eine Woche mit ihnen das Cape Reinga zu bereisen. Diese Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen, also füllten wir sogleich Connys Zimmer mit 300 Luftballons.
Leider entwickelte sich das ganze zu einem regelrechten Running-Gag, da die Luftballons zunächst von Connys in mein, dann in Felix', von dort wieder in mein und schließlich wieder in Connys Zimmer wanderten, bevor wir uns dann dazu entschieden diese platzen zu lassen und alle zusammen zu entsorgen. Nachdem Conny mit seinen Eltern wieder im Camp ankam, grillten wir noch zusammen, bevor ich am selben Abend selbst zunächst zum Finlay Park und dann nach Auckland aufbrach, um meine Eltern und meinen Bruder abzuholen, und mit diesen eine Woche das Cape Reinga zu bereisen. Dazu gibt es dann aber noch einmal einen extra Eintrag ;)

Das war es nun auch erstmal wieder von mir.
Bis dahin!